Torsten Herbst

Preiserhöhung bei der Deutschen Bahn ist völlig falsches Signal – Zuerst Pünktlichkeit und Qualität erhöhen

Zur Ankündigung der Deutschen Bahn, ab Dezember 2018 die Fahrpreise erneut zu erhöhen, erklärt der sächsische FDP-Bundestagsabgeordnete und Obmann im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages, Torsten Herbst: 

„Die angekündigte Preiserhöhung bei der Deutschen Bahn ist angesichts sinkender Pünktlichkeit und schlechter Servicequalität eine Frechheit und zeugt vom Realitätsverlust des DB-Konzerns. Nur ein Quasi-Monopolist kann es sich leisten, mehr Geld für schlechteren Service zu verlangen. Die richtige Reihenfolge wäre es, zuerst Pünktlichkeit und Servicequalität zu erhöhen, bevor Reisende finanziell stärker belastet werden.

Im Fernverkehr waren im ersten Halbjahr 2018 lediglich 77,4 Prozent aller Züge pünktlich, also mit weniger als sechs Minuten Verspätung unterwegs. Die Bahn ist damit nicht nur meilenweit vom eigenen Pünktlichkeitsziel von 82 Prozent entfernt, sondern schneidet damit auch noch deutlich schlechter als im Vorjahr ab. Auch veraltetes Wagenmaterial, unzureichende WLAN-Bereitstellung und teilweise verdreckte Bahnhöfe werden dem eigenen Anspruch der DB als serviceorientiertem Mobilitätsdienstleister nicht gerecht.

Doch ausgerechnet jetzt beschäftigt sich der für das Schienennetz verantwortliche Bahnvorstand Ronald Pofalla im Rahmen der sogenannten Kohlekommission mit völlig fachfremden Themen. Es ist stark zu bezweifeln, dass dadurch das Baumanagement auf der Schiene verbessert wird. Nur durch den zügigeren Ausbau der Infrastruktur und eine Verstetigung der Investitionen kann die Pünktlichkeit effektiv gesteigert werden. Um Vertrauen bei seinen Kunden zurückzugewinnen, sollte die Bahn überlegen, künftige Preiserhöhungen direkt an die Pünktlichkeit zu knüpfen.“